Thema der Woche

Gesunde Atmung

Solange wir leben, atmen wir – und das ungefähr zwölf Mal pro Minute. Der Atem schenkt uns Lebensenergie: er sorgt für genug Sauerstoff in unserem Körper und dafür, dass das Kohlendioxid ausgeschieden wird. Die Atmung ist nicht nur für das Überleben wichtig, denn davon, wie wir ein- und ausatmen, hängt unsere Gesundheit ab. Atmen wir richtig, sind unsere Zellen besser mit Sauerstoff versorgt und Giftstoffe werden effektiver abtransportiert. Dann fühlen wir uns körperlich und geistig stärker. 

Unsere Atemwege sind unglaublich leistungsstark: mindestens 10.000 Liter Luft strömen jeden Tag durch unseren Körper. Atemwege sind alle Bereiche unseres Körpers, die von Luft durchströmt werden. Es gibt obere und untere Atemwege. Zu den oberen Atemwegen gehören Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum. Zu den unteren zählt man Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und schliesslich Lunge, wo der eingeatmete Sauerstoff ins Blut gelangt. Durch die Nasenhaare und Nasenschleimhäute, die als eine Art Filter dienen, wird die Atemluft von grösseren Staubpartikeln gereinigt, angefeuchtet und erwärmt. Die Schleimhäute eines wesentlichen Teiles von Atemwege bilden einen speziellen Schleim und haben kleine Flimmerhärchen. Dadurch werden verschiedene Krankheitserreger sowie kleinste Fremdkörper gehaftet und nach oben in Richtung Rachen abtransportiert, um ausgehustet oder einfach verschluckt zu werden. Diese gut durchdachte Selbstreinigung nennt man „mukoziliäre Clearance“.

Die Bronchien verzweigen sich in der Lunge und enden in ca. 300 Millionen Lungenbläschen. Diese sind winzig klein, nur ca. 0.1 bis 0.2 Millimeter im Durchmesser, doch haben sie zusammen eine erstaunlich grosse Oberfläche von 80 bis 120 Quadratmetern! Die Lungenbläschen sind von Lungenkapillaren umgegeben, wo Sauerstoff ins Blut aufgenommen wird und Kohlendioxid aus dem Blut abgegeben und ausgeatmet wird. Beim Atmen kommen neben den Atemwegen auch Gehirn, Nerven und Rezeptoren ins Spiel, damit unsere Atmung ganz automatisch funktionieren kann. Das Atemzentrum in unserem Gehirn sorgt unermüdlich für eine konstante Atmung. Unser Gehirn bestimmt, ob wir gestresst oder entspannt sind und passt die Atemfrequenz und das Atemvolumen stets unseren Lebensbedingungen an, da wir bei erhöhter körperlicher Aktivität mehr Sauerstoff brauchen.

Hier finden Sie Tipps zu einem gesunden Atmen.

  • Man sollte immer durch die Nase einatmen. Bei Mundatmung kann die Atemluft nicht angewärmt, angefeuchtet und gefiltert werden.

  • Eine kurze Atempause nach dem Ausatmen hilft, aus dem Stress auszusteigen.

  • Das Zwergfell geht bei der Atmung in Bewegung, und das ist sehr wichtig. Doch bei einem andauernden Stress sollte man die Beweglichkeit des gespannten Brustkorbs wieder herstellen. Hier kommen Atemübungen zur Hilfe: das Zwerchfell wird durchgerüttelt, die Muskulatur entspannt sich und der Kreislauf wird gefördert. Das alles wird auch bei einem herzlichen Lachanfall in Schwung gebracht.

  • Fühlt man sich morgens träge, können tiefe Atemzüge besser als Koffein helfen: sie schaffen eine bessere Sauerstoffversorgung und sorgen für eine gute Durchblutung des ganzen Körpers. Energie und Ausdauer werden nicht lange auf sich warten lassen.

  • Bei chronischem Stress wird das Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet, was Herzerkrankungen, Bluthochdruck und andere Beschwerden verursachen kann. Atmen Sie tief und regelmässig. Das reduziert die Cortisol-Produktion und  signalisiert dem Gehirn, dass es Zeit zum entspannen ist.

  • Wenn man unter Asthma, chronischer Bronchitis, Verdauungsstörungen, Spannungskopfschmerz, Migräne, Depressionen, Schlafstörungen oder Burnout leidet, können gezielte Atemübungen die Beschwerden lindern.

Diese Tipps sorgen für eine bessere Sauerstoffversorgung Ihres Körpers und schenken Ihnen Lebensenergie!

Fakten zum Thema

  1. Der “richtige” Atem strömt bis in den Bauch und das Becken und ist sogar im Rücken und Nierenbereich spürbar.
  2. Unsere Nase ist nicht nur ein Tool zum Einatmen. Eingeatmete Luft ist immer zu kalt oder zu trocken und nicht keimfrei. Und unsere Nase reinigt, befeuchtet und temperiert die Luft, um unsere Lungen vor Schaden zu schützen.
  3. Eine tiefe und regelmässige Atmung ist auch für die Durchblutung des Verdauungstraktes wichtig. So wird eine gesunde Darmfunktion gefördert.