Die Erste-Hilfe-Pflanze aus der Natur

Arnika

Blutergüsse, Prellungen und Entzündungen sind für diese Pflanze kein Problem! Seit Jahrhunderten ist sie als natürliches Schmerzmittel bekannt. Auf Arnika schwören Sportler wegen ihrer Erste-Hilfe-Qualitäten. Was für eine Pflanze ist das und wie wird sie angewendet?

Arnica montana ist eine bekannte Alpenblume, die in Höhe von bis zu 2800 Metern wächst. Ihre Blüten enthalten sogenannte Sesquiterpenlactone, ätherisches Öl (mit Thymol), Flavonoide und Gerbstoffe. Alle diese Wirkstoffe helfen unserem Körper, sich selbst zu heilen. Besonders gut sind Arnikasalben und -tinkturen bei Prellungen, Quetschungen, Zerrungen und Verstauchungen sowie bei Blutergüssen, Krampfadern, Muskelkater, Furunkeln und Hämatomen. Die Inhaltsstoffe von Arnika wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Bei kleinen Sportverletzungen ist Arnika ein unersetzbarer Helfer. Vermutlich sorgen nämlich die Sesquiterpenlactone dafür, dass die Bildung von entzündungsauslösenden Stoffen, sogenannten Zytokinen unterdrückt wird. Arnika lindert Muskel-, Rücken- und Gelenkschmerzen sowie Muskelkater und wirkt beruhigend in emotionalen Stresssituationen. Arnika wird als Salbe, Creme, Gel, Öl oder Tinktur auf die Haut aufgetragen. Die Flavonoide der Arnika stoppen die Durchlässigkeit der Blutgefässe und ihre Polysaccharide unterstützen die Helferzellen im Gewebe, was die Heilung der Blutergüsse beschleunigt oder diese gar nicht entstehen lässt.

Für Menschen, die an Arthritis leiden, bietet Arnika eine alternative entzündungshemmende Therapie gegen Gelenkschmerzen und Steifheit, welche die Beweglichkeit der Gelenke verbessert. Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Windeldermatitis, oberflächliche Venenentzündung, Verbrennungen (auch Sonnenbrand) sowie Flüssigkeitsansammlung in Haut und Unterhaut durch eine Störung im Lymphgefässsystem sind weitere Bereiche, wo Arnika ihren Einsatz findet.

Wie wird diese einzigartige Pflanze angewendet? Hier finden Sie einige Tipps dazu.

  • Haben Sie in der Apotheke getrocknete Arnika-Blüten gekauft, können Sie selbst eine Tinktur zur äusseren Anwendung herstellen. Übergiessen Sie die Blüten mit Doppelkorn und lassen Sie diese in einem Glas sechs Wochen lang ruhen. Danach giessen Sie die Tinktur ab und bewahren Sie diese in einer lichtundurchlässigen Flasche auf.

  • Mit der unverdünnten Tinktur können Sie Insektenstiche bepinseln, doch sie ist nicht zur Anwendung an den grösseren Hautstellen geeignet, da sie unverdünnt die Haut und die Schleimhäute reizen kann.

  • Verwenden Sie eine drei- bis zehnfach mit Wasser verdünnte Tinktur für Umschläge oder Einreibungen zur Behandlung von entzündlich-rheumatischen Gelenkerkrankungen, Furunkeln, Insektenstichen, Lymphödemen, Prellungen, Blutergüssen, Verstauchungen, Zerrungen oder Quetschungen.

  • Die zehnfache Verdünnung mit Wasser eignet sich für die Behandlung eines Sonnenbrandes. Solche Verdünnung können Sie auch als eine Mundspülung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut anwenden.

  • Für kühlende Umschläge bei Insektenstichen, Prellungen oder Sonnenbrand übergiessen Sie zwei bis vier Teelöffel Arnikablüten mit 100 Milliliter heissem Wasser und giessen sie nach 10 Minuten ab.

  • Beachten Sie, dass Umschläge und Auflagen mit Arnika auf grösseren Hautflächen nicht länger als 30 Minuten angewendet werden sollten.

  • Tragen Sie Arnika-Präparate nur auf unverletzte Haut auf, um Infektionen zu vermeiden.

  • Arnika ist nur zur äusserlichen Anwendung geeignet, sonst drohen Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Magen- und Kopfschmerzen, Schwindel sowie Herzklopfen. Das gilt aber nicht für homöopathische Verdünnungen, die harmlos sind.

  • Während der Schwangerschaft soll Arnika nicht eingesetzt werden.

  • Arnika eignet sich nicht für eine langfristige Anwendung und kann sonst Hautirritationen, Ekzeme, Blasenbildung oder allergische Reaktionen fördern.

  • Wie jede Pflanze, kann Arnika allergische Reaktionen auslösen. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) sollten Arnika-Präparate gemieden werden. Sind Sie nicht sicher, konsultieren Sie Ihren Arzt.

Arnika ist ein ideales Mittel zur Behandlung kleinerer Alltagsverletzungen und sollte in keiner Hausapotheke fehlen!

Fakten zum Thema

  1. Die Wirkung von Arnika war schon im 16. Jahrhundert bekannt.
  2. Wegen eines ihrer Hauptanwendungsgebiete hat Arnika auch einen anderen Namen – Fallkraut. Die Bergsteiger können mit Arnika Sturzverletzungen behandeln.
  3. Die Effektivität von Arnika wird mit Ibuprofen-Gel, das Arthritis-Patienten verschrieben wird, gleichgesetzt.
  4. Arnika steht heute unter Naturschutz.




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